Vertikalangeln auf Waller / Wels

Das Vertikalangeln auf Waller / Wels

Das Vertikalangeln auf Welse erfreut sich zu recht immer größerer Beliebtheit. Hierbei wird ein Köder, auf den ich später noch genauer zu sprechen komme, direkt unter dem Boot angeboten. Das Vertikalangeln ist sehr adrenalinreich, da man den Biss live mit der Rute in der Hand erlebt und stets ein aufregenderer Drill mit relativ feinem Geschirr nach dem Anschlag erfolgt. Viele glaubten lange, dass beim Vertikalangeln lediglich die kleineren Welse gefangen werden, aber dieses Märchen ist spätestens seit dem Frühjahr 2015 Geschichte, als ein Italiener beim Vertikalangeln am Po einen neuen Weltrekordwels überlisten konnte. Generell kann man sagen, dass man beim Vertikalangeln noch wahre Sternstunden erleben kann, da diese Methode von vielen Walleranglern eher selten genutzt wird und die Waller somit noch recht gut darauf anspringen.

Das Tackle

Als Grundvorrausetzung benötigt man ein Boot, doch keine Sorge sogar ein kleines Schlauchboot mit entsprechender Stabilität kann schon ausreichend sein. Bei der Rute kommt es stark auf das zu befischende Gewässer an. Grundsätzlich ist man jedoch mit einer ca 1,7m langen Vertikalrute die um die 200 g Wurfgewicht aufweist in den meisten Situationen bestens beraten. Näheres könnt ihr unter „welche Wallerrute zum Vertikalangeln“ nachlesen. Eine 5000er Rolle mit einer mindestens 40er Schnur passt perfekt zum Vertikalangeln und kann auch zum Spinnfischen verwendet werden. Profis greifen hier gerne zu kleinen Multirollen um noch länger ermüdungsfrei angeln zu können.

Der Köder

Als Köder eignen sich sowohl Natur- als auch Kunstköder, wobei die Kunstköder in der Regel eher als Notlösung angeboten werden. Falls man sich einmal in einer solchen Situation befindet, versucht man einen Köder mit möglichst viel Aktion zu wählen, wie etwa einen 10-20 cm langen Gummifisch mit Tellerschwanz.

Gummifisch Vertikalangeln

Als Naturköder kommen meist ca. handlange Köderfische zum Einsatz die man tot, oder wo es das Gesetzt erlaubt, auch lebend anbieten kann. Am idealsten ist es, hier selbst in dem Gewässer gefangene, bzw. häufig in dem Gewässer vorkommende Fische zu verwenden. Für beide Varianten gibt es bei verschiedenen Herstellern bereits vorgefertigte Systeme, wie beispielsweise das Black Cat Vertikal Rig. Diese Systeme gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen, welche entsprechend der Tiefe und Strömung zu wählen sind.

Black Cat Vertikal Rig

Als Standartmontage empfiehlt sich ein Zeck Snap Fireball, Gewicht:50g, der mit einem Angstdrilling montiert wird. Ebenso kann man einen Fireball auch sehr gut mit Würmern oder Calamaris bestücken. Der Angstdrilling muss hierfür allerdings entfernt werden.

Zeck Snap Fireball, Gewicht:50g

Die Taktik

Zum Vertikalangeln eignen sich fließende wie stehende Gewässer, wobei es den Anglern in fließenden Gewässern einfacher gemacht wird, da der Köder durch die vorhandene Strömung schon automatisch in Bewegung bleibt. Beim Vertikalangeln mit Naturködern in schneller fließendem Wasser, wird der Köder zu Grund gelassen und sofort wieder für ca. 30 cm angehoben und dort 5-15 Sekunden gehalten. Dieser Vorgang wird ständig wiederholt, wobei darauf zu achten ist, dass die Köderbewegungen für den Waller harmonisch aussehen. Wichtig ist es immer im tiefsten Bereich des Flusses zu fischen (meist harter Grund), da die Waller gerne in den dort vorhandenen Rinnen liegen. Als Hilfe empfiehlt sich ein Echolot. Je langsamer ein Fluss fliest, desto schneller sollten die Bewegungen des Köders ausfallen. Beim Vertikalangeln mit einem Kunstköder sollte immer etwas mehr Bewegung im Köderspiel angewandt werden.

Die beste Startegie bei Vertikalangeln

Nun noch ein paar Worte zur Strategie. Viele Wallerangler klopfen so den Boden auf der Suche nach einer neuen Stelle zum Ansitzangeln in einem ihnen noch unbekannten Fluss ab, da man hierbei jede Grundveränderung spürt. Wenn man sich an einem besonders interessanten Spot befindet (z.B. plötzlich abfallender Grund) kann man mit einem e-Motor die Drift noch zusätzlich verkürzen, um länger in der heißen Zone zu bleiben. Diese Bisschancen lassen sich nur noch durch ein fest verankertes Boot, welches bspw. hinter einem Brückenpfeiler liegt, toppen.

Um den Welsen buchstäblich auf der Nase herum tanzen zu können, muss die Liegestelle des Bootes jedoch genau passen. Beim Vertikalangeln in einem See ist man meist an der unteren Kante eines Unterwasserbergs richtig. Es lohnt sich aber auch versunkene oder im Wasser liegende Bäume gezielt zu befischen. Ach übrigens: Das Vertikalangeln ist immer erfolgsversprechend! Ihr könnt also auch einfach nur ein paar Stunden unabhängig von der Uhrzeit ans Wasser fahren. Was sich bei anderen Methoden zum Teil eher weniger lohnt. Abschließend wünsche ich euch nun viel Erfolg und nur Mut, mit ein bisschen Übung klappt es schon!